Pferdezucht zur Fleischerzeugung

Die Texte dieser Kategorie wurden uns von Jan Schwanke, mit freundlicher Genehmigung, zur Verfügung gestellt.

Der Gedanke an eine Schlachtpferdeproduktion in großem Maßstab erscheint unserer Kultur fremd, ist unter den Bedingungen mancher Länder aber durchaus sinnvoll. Die ökologischen und ökonomischen Umstände sowie die kulturellen Hintergründe sind dabei durchaus verschieden.
Die verschiedenen Nutzungsformen sind unter anderem in folgenden Ländern anzutreffen: Mongolei und Kasachstan, USA, Argentinien und Kanada, Island, Frankreich, Belgien, Italien und der Schweiz.

Die gezielte Pferdezucht zur Fleischerzeugung hängt in den meisten Fällen mit den geografischen und klimatischen Bedingungen der entsprechenden Regionen zusammen:


  • Es steht sehr viel Platz zur Verfügung, in dem große Pferdeherden meist ohne besondere Betreuung im freien leben und ihr Bewegungsbedürfnis befriedigen können.

  • Das natürliche Futterangebot ist so weiträumig verteilt, daß es nur von schnellen Lauftieren genutzt werden kann, die ihre Weidegebiete problemlos über große Entfernungen wechseln können.
  • Die klimatischen Bedingungen sind so hart, daß die Haltung anderer großer Fleischtiere problematisch ist. Einige Pferderassen sind an solche Bedingungen sehr gut angepaßt und wesentlich wiederstandsfähiger und anspruchsloser als Rinder oder Schweine.
Diese Bedingungen treffen für bestimmte Regionen der Erde in nahezu extremer Weise zu. Hier sind vor allem die Steppengebiete in Mittelasien sowie in Nord- und Südamerika zu nennen. Insbesondere in einigen Gebieten Mittelasiens hat sich im Laufe der Geschichte dadurch eine Kultur entwickelt, in der das Pferd die Grundlage der Viehzucht bildet und den Menschen alles zum Leben erforderliche liefert.

In Amerika werden die natürlichen Bedingungen dagegen meist nur genutzt, um große Mengen an Pferdefleisch für den Export zu erzeugen. Importländer sind vornehmlich Frankreich, Belgien und die Niederlanden.

Auf Island herrschen derart extreme klimatische Bedingungen, daß Rinderhaltung im freien praktisch nicht möglich ist. Daher wurden die sehr konstitutionsharten und dem Klima optimal angepaßten Islandponys von jeher auch zur Fleischerzeugung genutzt. Heute findet Pferdefleisch bei den Isländern regen Zuspruch und wird darüber hinaus auch nach Frankreich und Belgien exportiert.

In einigen Ländern ist unabhängig von den klimatischen Bedingungen der Verbrauch an Pferdefleisch so hoch, das die gezielte Erzeugung von Schlachtpferden ökonomisch sinnvoll ist. Dies ist beispielsweise in Frankreich, Belgien, Italien und Japan der Fall.


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