Die Schlachtung

Ausschnitte aus einem Erfahrungsbericht von Petra Götz (www.pghilfepferd.de)

Die Journalistin trug umfassende Fakten zusammen und recherchierte in jede Richtung. Besuche beim Tierarzt und beim Pferdemetzger folgten, zahllose Gespräche, das Studium von Fachlektüre, die Teilnahme an vielerlei Nottötungen und an Dutzenden von Pferdeschlachtungen absolvierte sie in den letzten sieben Jahren. Mit Veröffentlichungen zum Thema "Euthanasie oder Bolzenschuss" in verschiedenen Pferdezeitschriften versuchte sie ihr eigenes Trauma abzuarbeiten und anderen Pferdebesitzern, durch möglichst objektive Informationen, Orientierung und Hilfe bei dieser schweren Entscheidung zu bieten. Das selbst Erfahrene, Erkannte und Erlebte sowie die Arbeit der Deutschen Vereinigung zum Schutz des Pferdes, DVSP, und deren Publikationen überzeugte Petra Götz davon, dass das Erschießen des Pferdes die einzig richtige Lösung darstellt.

Selbst stand sie mit ihrem 19 Jahre alten Wallach schneller als geahnt wieder vor der bangen Frage: Wie und was soll ich mit dem todgeweihten Pferd tun? Sie entschied sich für den Gang zum Pferdemetzger, da sie dessen Art der Tötung als schonend und schnell für das Pferd kannte. Mit der Vermarktung des Fleisches hat sie, nach anfänglichem Zögern, kein Problem, denn "das ist der Körper und der ist dann tot. Die Seele meines Pferdes geht das nichts mehr an - die Seele wird frei, wenn der Schuss fällt".
Ob das Fleisch gegessen oder wie nach dem Einschläfern verbrannt werde, mache möglicherweise für den Menschen einen qualitativen Unterschied, dem Pferd sei das egal, bekräftigt Petra Götz. So sieht es auch die Deutsche Vereinigung zum Schutz des Pferdes, vertreten durch Gabriele Siegman-Ruland, die sich deutlich für die "Tötung von Pferden durch den Bolzenschuss" ausspricht

Der Prozess der Schlachtung

Die Schlachtung der Pferde erfolgt im Betrieb selbst, in der Schlachthalle. Die Pferde werden meist von den Fleischern selbst in die Betriebe geholt, um einen stressfreien Transport zu gewährleisten.
Für erfahrene Fleischer gilt, je stressfreier der Transport, je besser die Fleischqualität!

Pferde sind meist gut an den Umgang mit Menschen gewöhnt und lassen sich ohne Scheu in die Schlachthalle führen. Pferde sind es gewohnt geführt zu werden und lassen sich ohne Stress zu haben betäuben.
Durch die Betäubung mit dem Bolzenschuss wird das Gehirn des Pferdes binnen Bruchteilen von Sekunden irreparabel zerstört. Der Zustand des Tieres nach dem Schuss entspricht dem, was als Hirntod gilt und in dem beim Menschen beispielsweise Organentnahmen durchgeführt werden dürfen. Das eigentliche, schmerzfreie Sterben des Tieres tritt durch Blutentzug binnen kürzester Zeit ein. Die heutigen strengen EU Standards und die betriebliche Eigenkontrolle garantieren eine sehr hygienische Gewinnung des Pferdefleisches.
Fleischhygiene-Vorschrift
Tierschutzgerechtes Betäuben und Töten von Pferden

Nach der Schlachtung kontrolliert der zuständige Tierarzt die Schlachtkörper und erteilt die Freigabe durch Stempelung. Lt. Statistik liegt bei Pferden die Häufigkeit von Genussuntauglichkeitsmängeln deutlich niedriger als bei anderen Schlachttieren. Beim gesamten Schlacht- und Produktionsvorgang streben wir höchste Präzision und Professionalität an um ein qualitativ hochwertiges Produkt herstellen zu können.

Erfahrungsbericht "Eine Sache des Vertrauens" von Angelika Hoyer

Notschlachtung:

Eine Notschlachtung erfolgt meist bei schweren körperlichen Leiden z.B. durch Unfälle, bei Knochenbrüchen. In solch einer Situation muss schnell und verantwortungsvoll gehandelt werden.
Begleitschein zur Notschlachtung

Ein Wort an die Besitzer von Pferden, Thema Equidenpass

Sicher will niemand, der gerade ein Pferd erwirbt, gerne an das Ende seines vierbeinigen Gefährten denken. Wir möchten aber darauf hinweisen, dass bei der Beantragung eines Equidenpasses die Eintragung: " Nicht zur Schlachtung vorgesehen " die spätere Verwendung als Schlachtpferd unwiderruflich ausschließt. Jeder Pferdebesitzer sollte sich daher schon frühzeitig mit diesem Sachverhalt auseinandersetzen. Der Eintrag " Zur Schlachtung vorgesehen" lässt jedem Pferdebesitzer immer noch alle Möglichkeiten offen. Es steht ihm frei das Pferd, wenn es denn erforderlich sein sollte es zu töten, dennoch einschläfern zu lassen. - Oder es besser doch an einen Schlachtbetrieb zu veräußern , wo es in Sekunden getötet wird und als Nahrungsmittel verwendet werden kann.

Den Pferden können unsägliche Qualen erspart bleiben, wenn sich ihre Besitzer rechtzeitig und aufgeschlossen mit dieser Problematik auseinandersetzen. Von der "Deutschen Vereinigung zum Schutz des Pferdes e.V." ist daher eine Informationsbroschüre mit dem Titel "Einschläfern oder Bolzenschuss" herausgegeben worden.

Die Broschüre behandelt alle mit dem Lebensende eines Pferdes zusammenhängenden Themen tiefgründig und unter verschiedenen Gesichtspunkten. Sie ist gegen eine Schutzgebühr zu beziehen:

Deutsche Vereinigung zum Schutz des Pferdes e.V.
Wienkamp 11 rechts
46354 Südlohn
Tel.: 02862 / 8189
Fax: 02862 / 8013


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